Vey-Bierling Steuerberatung Karlsruhe
ExistenzgrŁndungshandbuch

Aufbauorganisation

W√§hrend die Ablauforganisation die konkrete Gestaltung der betrieblichen T√§tigkeiten betrifft, gibt die Aufbauorganisation die arbeitsteilige Gliederung des Betriebs wieder (funktionale Organisation). Jedem Mitarbeiter ist eine Stelle zugewiesen, auf der er eine Aufgabe erf√ľllt. Die Aufbauorganisation beschreibt die Arbeitsteilung untereinander und die Hierarchie der Entscheidungsbefugnisse.

Zentrale Kategorien der Aufbauorganisation sind

die Verrichtung (Art der Tätigkeit),

das Objekt (Gegenstand der Tätigkeit) und

die Entscheidung (Berechtigung zur Auswahl unter Handlungsalternativen).

Die Stelle jedes Mitarbeiters l√§sst sich √ľber diese drei Merkmale definieren. Fehlt eine dieser Bestimmungen, so handelt es sich um eine mangelhafte Organisation.

Das wichtigste Problem der Aufbauorganisation ist es, zwischen den einzelnen arbeitsteiligen Tätigkeiten und dem gesamten Betriebszweck die richtige Vermittlung zu schaffen. Dabei steht die Frage der Zentralisation oder Dezentralisation im Vordergrund. Je nach Organisationszweck sollten Aufgaben eher zentralisiert oder dezentralisiert realisiert werden:

Verrichtungen werden zentralisiert, wenn gleichartige T√§tigkeiten organisatorisch zusammengefasst werden (Werkstatt, Schreibb√ľro). Objektzentralisation bedeutet, Betriebsmittel und T√§tigkeiten nach gleichartigen Arbeitsgegenst√§nden zusammenzufassen (Flie√üfertigung). Mit Entscheidungszentralisation ist die Bildung von Entscheidungshierarchien im Einliniensystem oder Mehrliniensystem gemeint. Die Zentralisation bietet im Regelfall Produktivit√§tsvorteile durch Spezialisierung.

Dezentralisation ist in Bezug auf Verrichtungen (job enlargement), Objekte (Gruppenarbeit) und Entscheidungen (Delegation) m√∂glich. Dezentrale Organisationsformen f√ľhren h√§ufig zu mehr Flexibilit√§t und Kundenn√§he. Ihre Grenzen liegen dort, wo die fachlichen Anforderungen an die Bearbeitung nicht mehr erf√ľllt werden k√∂nnen, weil dem einzelnen Mitarbeiter ein zu breites Spektrum an Arbeiten, Arbeitsgegenst√§nden oder Entscheidungen abverlangt werden.

Die Aufbauorganisation entsteht zumeist als funktionale Organisation und lässt sich in einem Organisationsschaubild (Organigramm) darstellen.